Wir haben die Daten des Systems für Finanztransparenz (FTS) aufbereitet und analysiert und präsentieren stolz unsere Erkenntnisse zu den Ausgabenmustern der Europäischen Kommission. Unsere Analyse zeigt wichtige Veränderungen bei den Beschaffungsmöglichkeiten auf, die die Herangehensweise von Unternehmen an den EU-Markt voraussichtlich verändern werden.

Der Realitätscheck für die 50 Milliarden Euro
Die Ausgaben der Europäischen Kommission sanken von 185,3 Milliarden Euro im Jahr 2023 auf 135,5 Milliarden Euro im Jahr 2024, was einem massiven Rückgang um 49,9 Milliarden Euro entspricht. Dieser Rückgang um 26,91 Billionen Euro markiert das Ende des pandemiebedingten Ausgabenbooms, der 2022 mit 197,8 Milliarden Euro seinen Höhepunkt erreicht hatte.
Es ist interessant festzustellen, dass die Daten einen grundlegenden Wandel der EU-Prioritäten offenbaren: Nicht nur die Zahlen sinken, sondern es verlagert sich der Fokus von Soforthilfeprogrammen hin zu strategischen Langzeitinvestitionen. Unternehmen, die diese Muster erkennen, werden Chancen nutzen, die anderen entgehen.
Der Rückgang der Ausgaben der Europäischen Kommission ist vor allem auf die Auslaufphase der Programme der Aufbau- und Resilienzfazilität (RRF) zurückzuführen. Die Aktionszuschüsse, die traditionell die größte Finanzierungskategorie darstellten, sanken um 7,5 Milliarden Euro von 32,3 Milliarden Euro auf 24,8 Milliarden Euro. Dies entspricht einem Rückgang um 23,31 Billionen Euro in der Kategorie, die die EU-Finanzierung in den letzten drei Jahren dominiert hat.
Die leistungsstarken Teams für öffentliches Beschaffungswesen verlagern ihren Fokus jedoch bereits auf die Sektoren mit explosivem Wachstum. Die Daten zeigen klare Gewinner dieses Wandels.
Bauaufträge: Die 500-Millionen-Euro-Chance
Die Bauaufträge explodierten um 4441 Tsd. 3 Billionen Euro und stiegen von 112,7 Millionen Euro im Jahr 2023 auf 613,0 Millionen Euro im Jahr 2024. Dieser Anstieg um 500,3 Millionen Euro stellt den größten Bauboom seit dem Infrastrukturboom der Jahre 2017-2018 dar.
Dieses Wachstum ist kein Zufall. Es spiegelt die strategische Neuausrichtung der EU hin zu einer physischen Infrastruktur wider, die die digitale Transformation und die Ziele des ökologischen Wandels unterstützt. Die Projekte reichen vom Bau von Rechenzentren über Anlagen zur Erzeugung erneuerbarer Energien bis hin zur Implementierung intelligenter Gebäudetechnik in den Mitgliedstaaten.
Für Bauunternehmen und ihre Zulieferer ergeben sich daraus unmittelbare Chancen. Das Ausgabenmuster deutet eher auf nachhaltiges Wachstum als auf einen einmaligen Anstieg hin. Historische Daten zeigen, dass die Bauausgaben der EU, sobald sie die Schwelle von 600 Millionen Euro überschreiten, dieses Niveau in der Regel über mehrere Jahre halten.
Die geografische Verteilung dieser Aufträge erstreckt sich über alle wichtigen EU-Märkte, mit einem besonderen Schwerpunkt auf osteuropäischen Mitgliedstaaten, die ihre digitale Infrastruktur modernisieren. Unternehmen mit Erfahrung in öffentlichen Bauprojekten sollten der Beobachtung von EU-Ausschreibungen in diesem Sektor Priorität einräumen.
Forschung und Entwicklung: Innovationsinvestitionsboom
Die Aufträge für Forschung und Entwicklung stiegen sprunghaft an und erreichten 2024 einen Wert von 539,5 Millionen Euro gegenüber 106,2 Millionen Euro im Jahr 2023. Dieser Anstieg um 433,3 Millionen Euro unterstreicht das Engagement der EU für die Aufrechterhaltung der technologischen Wettbewerbsfähigkeit durch direkte Investitionen in Forschung und Entwicklung.
Das Ausgabenmuster orientiert sich an der Europäischen Innovationsagenda und spiegelt die Prioritäten in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Quantencomputing, Biotechnologie und Forschung im Bereich saubere Energien wider. Anders als in den Vorjahren, in denen die Ausgaben für Forschung und Entwicklung je nach Programmzyklus schwankten, deutet der Anstieg im Jahr 2024 auf einen strukturellen Wandel hin zu nachhaltigen Investitionen in Innovation hin.
Forschungseinrichtungen, Technologieunternehmen und auf Innovation spezialisierte Beratungsfirmen sollten beachten, dass diese Ausgabenkategorie in der Vergangenheit ein starkes jährliches Wachstum verzeichnet hat, sobald sie die Schwelle von 500 Millionen Euro überschreitet. Der mehrjährige Finanzrahmen der EU unterstützt die weitere Expansion in diesem Bereich bis 2027.
Die Verträge umfassen sowohl Grundlagenforschung als auch angewandte Entwicklungsprojekte mit besonderem Fokus auf Technologien, die die Ziele des Green Deals und der Digitalen Dekade unterstützen. Unternehmen mit nachweislicher Erfahrung in der Durchführung von Forschungskooperationen sind bestens positioniert, um diese Chancen zu nutzen.
Betriebskostenzuschüsse: Die 3-Milliarden-Euro-Transformation
Die Betriebskostenzuschüsse verzeichneten das dramatischste Wachstum und stiegen um 1.0271 Tsd. BIP von 288,4 Millionen Euro auf 3,25 Milliarden Euro. Dieser Anstieg um 2,96 Milliarden Euro stellt einen grundlegenden Wandel in der Art und Weise dar, wie die EU den laufenden Betrieb wichtiger Organisationen und Initiativen unterstützt.
Diese Kategorie umfasst die Finanzierung von Agenturen, Partnerschaften und die langfristige operative Unterstützung strategischer Projekte und Initiativen. Der massive Anstieg deutet darauf hin, dass die EU von projektbezogener Finanzierung zu einer nachhaltigen operativen Unterstützung kritischer Funktionen übergeht.
Das Wachstum spiegelt mehrere strategische Prioritäten wider: die Stärkung der operativen Kapazität der EU-Agenturen, die Unterstützung von Initiativen zur digitalen Transformation und die Aufrechterhaltung der operativen Kontinuität von Programmen, die von Notfallfinanzierung auf reguläre Haushaltslinien umgestellt werden.
Organisationen, die operative Unterstützungsleistungen, Managementberatung und fortlaufende technische Unterstützung anbieten, sollten dieser Kategorie Priorität einräumen. Europäische Kommission Das Ausgabenmuster deutet auf nachhaltiges Wachstum und nicht auf vorübergehende Anstiege hin, was es für Unternehmen attraktiv macht, die auf der Suche nach planbaren Einnahmequellen sind.
IT-Dienstleistungen: Stetiges Wachstum der digitalen Infrastruktur
Die Kosten für IT-Dienstleistungen und Telekommunikation stiegen um 108 Millionen Euro, von 1,099 Milliarden Euro auf 1,207 Milliarden Euro, was einem Anstieg um 9,81 Billionen Euro entspricht. Obwohl dieser Anstieg weniger dramatisch ausfällt als in anderen Kategorien, setzt er den seit 2019 anhaltenden Aufwärtstrend fort.
Die Ausgaben spiegeln die laufenden Bemühungen der EU um die digitale Transformation wider, darunter Verbesserungen der Cybersicherheit, Datenmanagementsysteme und digitale Dienstleistungsplattformen. Das stetige Wachstum deutet auf verlässliche Chancen für IT-Dienstleister hin.
Historische Analysen zeigen, dass die IT-Ausgaben von 787,6 Millionen Euro im Jahr 2019 auf 1,207 Milliarden Euro im Jahr 2024 kontinuierlich gestiegen sind, was einem Anstieg von 531.030 Billionen Euro innerhalb von fünf Jahren entspricht. Dieses stetige Wachstum macht IT-Dienstleistungen zu einem der vielversprechendsten Wachstumsfelder für Unternehmen, die EU-Aufträge anstreben.
Die Verträge umfassen Cloud-Dienste, Cybersicherheitslösungen, Softwareentwicklung und das Management digitaler Infrastrukturen. Unternehmen mit Erfahrung in IT-Projekten der öffentlichen Hand können bis 2025 mit weiterem Wachstum in diesem Sektor rechnen.
Strategische Implikationen für die Geschäftsentwicklung
Die Daten liefern drei wichtige Erkenntnisse für Unternehmen, die auf EU-Aufträge abzielen:
Umorientierung in schrumpfenden Sektoren: Die Fördermittel für Aktionszuschüsse stellen zwar immer noch die größte Kategorie dar, sind aber rückläufig. Unternehmen, die stark von diesen Zuschüssen abhängig sind, sollten umgehend in Wachstumsbranchen diversifizieren.
Fokus auf Infrastruktur und Innovation: Das kombinierte Wachstum in den Bereichen Bauwesen, Forschung und Entwicklung sowie IT-Dienstleistungen birgt neue Chancen von über einer Milliarde Euro. Diese Sektoren stehen im Einklang mit den langfristigen strategischen Prioritäten der EU.
Bereiten Sie sich auf nachhaltiges Wachstum vor: Im Gegensatz zu früheren Ausgabenspitzen, die durch Krisenreaktionen bedingt waren, deuten die Muster von 2024 auf strukturelle Veränderungen hin, die sich über den gesamten laufenden Haushaltszyklus erstrecken werden.
Marktinformationen als Wettbewerbsvorteil
Ziel dieser Analyse ist es, aufzuzeigen, was Hermix den Teams für Geschäftsentwicklung bietet: Echtzeit-Einblicke in die Verlagerung der Ausgaben der Europäischen Kommission, die Kunden dabei helfen, neue Chancen zu erkennen, bevor Wettbewerber die Trends erkennen.
Das kombinierte Wachstum von 1 Milliarde Euro in den Bereichen Bau, Forschung und Entwicklung sowie Betriebskostenzuschüsse stellt konkrete Ziele für Beschaffungsstrategien dar. Unternehmen, die diese Informationen nutzen, können ihre Geschäftsentwicklung Monate vor ihren Wettbewerbern ausrichten, die noch immer schwindenden Aufträgen hinterherjagen.
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